Rahmenbedingungen der psychotherapeutischen Behandlung

Die Therapiesitzungen finden regelmäßig und zu fest vereinbarten Terminen statt, einschließlich finanzieller Regelungen bei kurzfristiger Absage durch den Patienten.

 

Voraussetzung für eine tiefenpsychologisch oder analytische Psychotherapie ist die persönliche Bereitschaft, offen und ehrlich über sich und eigene Schwierigkeiten zu sprechen und aktiv und eigenverantwortlich an deren Veränderung mitzuwirken.

Der Behandlungsprozess vollzieht sich in einer respektvoll- unterstützenden, haltenden, aber auch kritisch- fordernden Atmosphäre.

 

Der geschützte und festen Rahmen der Therapie (regelmäßige und verbindliche Termine, Neutralität) eröffnet dem Patient/der Patientin einen Raum, über sich und seine Anliegen zu sprechen: schmerzliche und traumatische Erfahrungen, ängstigende Gedanken und Erinnerungen, Träume und Phantasien, spontane Einfälle, sowie positive und negative Gefühle und Impulse. Die von der Psychoanalyse abgeleiteten Behandlungsformen (tiefenpsychologisch fundierte und analytisch orientierte Psychotherapie) nutzen auch die Erkenntnis, dass Menschen durch ihre teilweise schon in der Kindheit gemachten Vorerfahrungen bestimmte (unbewusste) Muster im Erleben und Verhalten wiederholen. Diese typischen Muster tauchen deshalb regelmäßig in der Psychotherapie auf, werden also auch in die spezifische Beziehung zwischen Therapeut und Patient/ Patientin „übertragen“. In der Therapie wird der Therapeut darauf aufmerksam machen, wodurch die Möglichkeit für den Patienten eröffnet wird, diese zu erkennen, zu benennen und bewusst zu verarbeiten. So werden die Zusammenhänge zwischen der jetzigen Störung und ihren unbewussten, verborgenen Gründen erlebt und erkannt, was aus eigener Kraft und Willensanstrengung in aller Regel nicht möglich ist. Die Behandlung umfasst somit die Entwicklung neuer Lösungen und Handlungsmuster im Umgang mit sich selbst und anderen vor dem Hintergrund des Erfahrens und Anerkennens der eigenen unbewussten Anteile.

Die so gewonnene verbesserte Konfliktbewältigung macht belastbarer und leistungsfähiger. Eine wichtige und letztlich persönlich stärkende Erfahrung ist dabei, dass eine seelische Krankheit oder Störung nicht allein nur seelische Arbeit und Auseinandersetzung bedeutet, sondern letztlich zu einer Quelle neuer Kraft werden kann.

 

Hinter dem Behandlungskonzept steht ein Menschenbild, das den Einzelnen achtet und zum Abbau von Abhängigkeiten beiträgt. Der Therapeut hat die Funktion, den Patienten auf dem Weg zur Autonomie zu begleiten und nicht etwa zu beeinflussen oder zu manipulieren; wie der Patient lässt sich der Therapeut bei Bewahrung erforderlicher Distanz als Mensch auf die (therapeutische) Beziehung ein.

 

Bei Bedarf besteht eine enge Zusammenarbeit mit anderen Facharztgruppen und stationären Einrichtungen.

 

Siehe auch: Kooperation